Partnerschaft mit Tansania

Im Prodekanat München-Süd stehen wir in einer intensiven Partnerschaft mit Gemeinden aus den Dekanaten Kidugala und Njombe in der Süddiözese von Tansania. Diese Partnerschaft gestaltet sich für einzelne Engagierte wie auch für unsere Kirchengemeinden unterschiedlich. Manche stehen in regem Austausch per SMS oder Whatsapp. Andere erleben gerade nach einem Pfarrerwechsel eine Dürre in der Beziehung, die sich vor allem im langen Warten auf Briefantwort zeigt. Manche Partnerschaftsbeauftragte waren schon in Tansania und können uns lebhaft an ihren Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben lassen.

Wichtiger Bestandteil unserer Partnerschaft ist das Gebet. Dazu kommt das gegenseitige Lernen im Hören auf die Glaubenserfahrungen anderer Christen und Christinnen. Solche Anteilnahme führt zum Engagement gegen die ungerechten Strukturen in der Welt und zur Anteilhabe an den materiellen Gaben Gottes.

Prägend und befruchtend sind die gegenseitigen Besuche und der Austausch vor Ort. Im Vier-Jahres-Turnus, immer um zwei Jahre versetzt, reist eine vierköpfige Delegation nach Tansania oder kommt zu Besuch nach Deutschland. Mit einem gemeinsamen Jahresprojekt unterstützen unsere Kirchengemeinden die Finanzierung bestimmter Vorhaben in unserer Partnerkirche oder die Reisekosten für die Delegationen.

Die Partnerschaftsbeauftragten aus den Kirchengemeinden treffen sich regelmäßig zum Austausch und zur Vorbereitung der Besuchsprogramme.

 

Im Sommer 2017 hatten wir Besuch

Ein Flyer mit Fotos und einem Rückblick ist erstellt: Rückblick Besuch 2017.pdf

Wir konnten ein wunderbares Begrüßungsfest in der Jakobuskirche in Pullach feiern. Mit bayrischem Essen und den Tänzen einer Trachtengruppe. Als Geschenk haben wir zwei Exemplare eines beeindruckenden Plakates bekommen, das das Heranwachsen der Reformation von einem kleinen Baum 1517 zu einem großen Baum 2017 beschreibt. Unsere Gäste mehrmals die Münchner Innenstadt erkundet und am großen Reformationsfest auf dem Odeonsplatz teilgenommen. Am Sonntag, den 2. Juli, war die erste Runde mit Partnerschaftssonntagen in den Gemeinden. In Solln war Dekan Mhoha zu Gast, in Fürstenried predigte Dekan Sagaya, in Giesing haben Upendo Mwalongo und Ruth Chilongola beim Njombe-Tag mitgewirkt.

Ein Höhepunkt für Begegnungen und einen intensiven Informationsfluss war die Prodekanatssynode im Münchner Süden, bei der unsere Gäste viel von ihrer Arbeitsstruktur, ihrem gesellschaftlichen Engagement mit kirchlichen Schulen, ihrer Sorge für Waisenkinder wie alte Menschen und ihren Projekten erzählt haben. Am Sonntag, den 9. Juli, war die zweite Runde mit Partnerschaftssonntagen in den Gemeinden. In der Auferstehungskirche war Dekan Mhoha zu Gast, in der Himmelfahrtskirche predigte und segnete Dekan Sagaya, in der Passionskirche wurden Upendo Mwalongo und Ruth Chilongola willkommen geheißen.

Nach den verschiedenen Diensten am Sonntag konnten unsere Gäste einen freien Montag genießen. Ein Tag ohne offizielle Begegnungen und Aufgaben.  Beim Besuch der Glentleiten bekamen wir eine landwirtschaftlich orientierte Führung "Ein Sommer auf der Alm". Wir konnten bayrische Brotzeitköstlichkeiten in der Kramerstube genießen. Bei einem Treffen mit den Partnerschaftsbeauftragen unserer Gemeinden konnten wir uns über die verschiedenen Gemeindepartnerschaften austauschen. Wir erfuhren mehr über ein Schulprojekt, das vom Dekanat Njombe verwirklicht wird: der Bau einer höheren Schule mit Internat. Wir hörten einen Bericht über das Pilotprojekt eines kleines Altenheimes in Kibena. Im kleinen Kreis fanden Beratungen über bestehende Probleme und künftige gemeinsame Projekte statt. Das ist in einer vertrauensvollen und offenen Atmosphäre geschehen. Ein Ausflug zu den Lutherstätten in Augsburg war sehr informativ und eindrucksvoll.

Am Sonntag, den 16. Juli, war die dritte und letzte Runde mit Partnerschaftssonntagen in den Gemeinden. In der Thomaskirche/Grünwald war Dekan Mhoha zu Gast, in der Gethsemanekirche taufte, predigte und segnete Dekan Sagaya, in der Jakobuskirche/Pullach wurden Upendo Mwalongo und Ruth Chilongola willkommen geheißen. Am Abend war der gemeinsame Besuch einer Opernvorstellung ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Am Mittwoch, den 19. Juli, haben wir unser Abschiedsfest in der Himmelfahrtskirche Sendling gefeiert - mit allem, was dazu gehört: Leckeres Essen, schöne Gespräche, ein Rückblick auf drei ausgefüllte und erfüllte drei Wochen, gute Wünsche, Worte des Dankes und ein persönlicher Segen mit Handauflegung für unsere Gäste.

Zu Beginn des Besuches stand die Beschäftigung mit dem Thema "Handwerk". Wir konnten die Fahrradwerkstatt R 18, eine Einrichtung der Evangelischen Jugend München besuchen: www.werkstattr18.de. Die Gespräche dort - mit Ausbildern und Lehrlingen - über das Konzept und die Möglichkeiten der Einrichtung waren sehr intensiv und anregend. An anderer Stelle haben wir uns über diese Fragen ausgetauscht: Wie komme ich in Deutschland und Tansania an einen Handwerker? Was kostet er? Welche Rolle haben Handwerker in der jeweiligen Gesellschaft? Und schon ging es weiter: mit dem Besuch einer Berufsschule und interessanten Einblicken dort und der gemeinsamen Entdeckung dessen, was in der Bibel über das Handwerk und verschiedene Handwerksberufe steht. Zur Abwechslung konnte die Beschäftigung mit dem Handwerk in einem Friseursalon sehr praktisch werden. Und dann der Besuch in der Handwerkskammer von München und Oberbayern: vielen Dank für die Bereitschaft der Verantwortlichen, uns diese besondere Arbeit mit englischen Vorträgen zu präsentieren und für die Einladung zum Mittagessen. Die Informationen über unser duales Bildungssystem haben bei den Gästen tiefen Eindruck hinterlassen.

Wie wird in Deutschland und in Tansania mit älteren, hilfsbedürftigen Menschen umgegangen? Diese Frage bewegt uns als nächstes. Wir konnten in der Diakoniestation Sendling mit dem Team und vor allem einer Pflegeberaterin sprechen und unseren Gästen das deutsche System der Pflegeversicherung vermitteln. Vielen Dank für die geschenkte Zeit! Als nächstes lernten unsere Gäste eine weitere Form des kirchlichen Engagements für alte Menschen kennen: einen evangelischen Gottesdienst im Altenheim St. Josef. Die beiden Dekane konnten am Ende des Gottesdienstes die Gottesdienstbesucher einzeln segnen. "Klingende Reformation" war der Titel eines Thementages der Himmelfahrtsgemeinde und Blinden- und Sehbehindertenseelsorge. Es wurde viel gesungen und so manches Lied entdeckt, Biographien von Dichtern und Komponisten der Reformationszeit wurden vorgestellt, es gab ein Mittagessen wie im Hause Luther. Am Nachmittag stellten Eva Bruckner und Ernst Schusser vom oberbayrischen Volksmusikarchiv historische Lieder aus der Zeit von Reformation und Gegenreformation vor. Zum Abschluss der Veranstaltung fand eine Andacht mit dem Titel "Den Frieden, den die Welt nicht gibt" statt. Der Besuch eines Mehrgenerationhaus war mit vielen interessierten Fragen und interessanten Erkenntnissen verbunden. Vielen Dank für die offenen Türen. Beim Matthäusfrühstück der Matthäuskirche rückten obdachlose, alte Menschen in den Blick. Beim Seniorenkreis der Auferstehungskirche stand der Austausch über das tägliche Leben im Mittelpunkt.

 

Verantwortlich für die Partnerschaftsarbeit des Prodekanates sind:

Christiane Süßmuth
c.suessmuth(at)t-online.de

Michael Binder
Binder-Lederer(at)t-online.de

stellvertretende Dekanin Christine Glaser M.A.
christine.glaser(at)elkb.de