Geflüchtete

Eine von den vielen, die sich in der Hilfe und Unterstützung für Geflüchtete engagieren, hat auf die Frage nach dem "Warum" so geantwortet:

Es können nur persönliche Gründe sein. Kein moralisches Fordern, kein Muss.
In meiner Familiengeschichte weiß ich von drei Arten des Flüchtens: ein Teil meiner Vorfahren wurden als Salzburger Exulanten vertrieben, eine Großtante ging mit ihrem Mann als Wirtschaftsflüchtling in den 1920er-Jahren nach Amerika, mein Vater kam im Januar 1945 als Kriegsflüchtling aus Pommern und seine Schwester wäre beinahe auf dem Transport im Holzvergaser verheizt worden.

Ich selber habe ein paar Scheußlichkeiten wie sexuellen Missbrauch in der Kindheit und eine Vergewaltigung überlebt. Ich durfte dennoch alt werden. Ich bin bisher von Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs verschont geblieben.

Ich lese gerne in der Bibel. Durch sie ziehen sich – wie ein roter Faden – Fluchtgeschichten. Im Blick zurück auf Jahrtausende zeigt sich: Migranten und Flüchtlinge haben Kulturen nach vorne gebracht. Deutschland hat das nach 1945 erlebt.